Informationen über japanische Steinlaternen


Als Material zur Herstellung der Steinlaternen, Wasserspiele, Blumenschalen usw., verwende ich einen japanischen Tuff, welcher aus Yame, in der Nähe des heiligen Berges Aso, von der südjapanischen Insel Kyushu, stammt. Heute wird dort der Tuff nur noch selten abgebaut. Dies und der Umstand, dass Steinlaternen aus dem dunklen, fast schwarzen Tuff sehr schnell bemoosen und die Patina einer sehr alten Laterne ausstrahlen, hat dazu geführt, dass gerade diese Steinlaternen nicht nur in Japan ausserordentlich begehrt sind.

Steinbruch
Baumlaterne

Die Herstellung der Steinlaternen ist in Japan ein sehr geachtetes Handwerk, welches leider aber von immer weniger Steinmetzen ausgeführt wird. Ich hatte die Ehre, und durfte bei einigen von ihnen diese Handwerkskunst erlernen und habe sie mit nach Deutschland gebracht. Die dunklen Tufflaternen sind typisch für Yame und zeichnen sich durch ein relativ niedriges Gewicht und absolute Frostfestigkeit aus. Die Wasserradbrunnen, die eine Miniatur-Landschaft darstellen, werden erst seit ca. 1980 hergestellt und gehören damit zur etwas jüngeren Tradition in Yame.




Zusammensetzung der Steinlaternen

Kasuga
Kasuga Typ
Yukimi
Yukimi Typ
Rankei
Rankei Typ


Materialinfos

Woher kommt dieser dunkle Stein eigentlich?

Aus Feuer geboren, von der Zeit geformt und durch Handwerkskunst veredelt

Die Yame-Steinlaternen werden aus einem besonderen vulkanischen Tuffstein gefertigt, der seine eigene Geschichte erzählt.
Das Material entstand vor etwa 90.000 Jahren bei der vierten gewaltigen Supereruption des Aso-Vulkans auf Kyūshū. Dabei wurden riesige Mengen glühender Asche und pyroklastischer Ströme über große Teile Südjapans verteilt. Unter Hitze und Druck verschmolzen diese Ablagerungen zu dem dunklen vulkanischen Gestein, das heute als 溶結凝灰岩
(Yoketsu Gyokaigan / geschweißter Tuff bzw. Ignimbrit) bekannt ist.

Die gewaltige Aso-Caldera besitzt einen Durchmesser von etwa 25 km und eine Fläche von rund 380 km². Damit gehört sie zu den größten aktiven Vulkancalderen der Welt und prägt die Landschaft Kyūshūs bis heute.

Der dunkle Tuff aus Yame besitzt besondere Eigenschaften: Er ist etwa ein Drittel leichter als Granit, gleichzeitig frost- beständig und entwickelt mit der Zeit eine natürliche antike Patina, die alten Steinlaternen ihre ruhige und würdevolle Ausstrahlung verleiht. Genau diese ruhige, gealterte Ausstrahlung macht das Material bei Sammlern, Gartengestaltern und Tempelanlagen besonders begehrt.

Dieses vulkanische Gestein mit seinen besonderen Eigenschaften kommt weltweit nur auf Kyūshū vor und wird heute nur noch in wenigen Regionen Japans abgebaut.

Seit wann werden Steinlaternen aus diesem Material hergestellt?

Eine über 1500 Jahre alte Steinkultur

In der Region Yame wird Stein bereits seit der Kofun-Zeit vor über 1500 Jahren verarbeitet. Davon zeugen bis heute alte Steinkammern, Sarkophage und historische Grabanlagen der Region.

Die Herstellung von Steinlaternen entwickelte sich später während der Edo-Zeit und besitzt in Yame inzwischen eine über 400-jährige Tradition. Eine der ältesten erhaltenen Steinlaternen der Region trägt eine Datierung aus dem Jahr 1682.

In ihrer Blütezeit arbeiteten in Yame mehr als 60 Steinmetz- betriebe an der Herstellung traditioneller Steinlaternen. Heute existieren nur noch etwa 10 bis 12 Werkstätten und Steinmetze, die dieses Handwerk weiterhin ausüben.

Jede Laterne entsteht dabei aus massivem Naturstein und wird traditionell von Hand bearbeitet. Besonders hochwertige Arbeiten erkennt man an fein ausgearbeiteten Oberflächen, harmonischen Proportionen und dem bewussten Verzicht auf sichtbare moderne Bearbeitungsspuren. Dadurch entstehen Objekte mit Charakter, Tiefe und einer Ausstrahlung, die über reine Dekoration hinausgeht.

Weltweit geschätzte Handwerkskunst

Yame-Steinlaternen finden heute ihren Weg
in die ganze Welt

Ursprünglich für Tempel, Schreine und japanische Gärten geschaffen, werden Yame-Steinlaternen heute auch international geschätzt. Sie finden sich in hochwertigen Gartenanlagen, Kunstprojekten und privaten Sammlungen weltweit.

Besonders geschätzt werden dabei die Authentizität des Materials, die traditionelle Handarbeit, die natürliche Alterung des Steins sowie die Verbindung von japanischer Ästhetik und jahrhundertealter Handwerkskultur.

Gerade weil immer weniger Steinmetze dieses traditionelle Wissen beherrschen, gelten originale Steinlaternen aus Yame heute als seltene Beispiele echter japanischer Handwerkskunst.

Steinbruch
Steinbruch
Steinbruch
Steinbruch
Steinbruch
Steinbruch
Materialwahl
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Fotos von der Herstellung

Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen
Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen
Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen


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Hier finden Sie einige interessante Fotos von japanischen Steinlaternen in Japan.

Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen
Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen
Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen
Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen
Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen
Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen Steinlaternen
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Hier finden Sie einige interessante Fotos von Wasserbecken (Tsukubai) in Japan.

Tsukubai Tsukubai Tsukubai
Tsukubai Tsukubai Tsukubai

Hier finden Sie einige interessante Fotos von Wegen in japanischen Gärten, Tempel und Schreinen in Japan.

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Steinlaterne


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